Das Homeoffice im französischen Stil beweist, dass ein Arbeitsraum nicht wie einer aussehen muss. Während das moderne Homeoffice Technologie und Produktivität in den Vordergrund stellt, ist das französische Bureau ein Raum für Briefe, für Lektüre, für jene konzentrierte Gedankenarbeit, die vom Schönen profitiert. Der Schreibtisch – schlank, elegant, mit Leder oder Leinen bezogen – trägt eine Lampe, ein Notizbuch und vielleicht einen Laptop; alles Übrige ist in Schubladen verborgen oder auf einer offenen Étagère neben dem Fenster aufgestellt.
Der Stuhl stammt aus dem Esszimmer oder dem Salon: ein Louis-XVI-Stuhl mit Korbgeflecht oder eine leinenbezogene Bergère, deren lackiertes Gestell dasselbe sanfte Grau oder Creme trägt wie der Schreibtisch. Dahinter schimmern die Messingträger der Étagère weich an der Wand und präsentieren eine kuratierte Sammlung aus Büchern, einigen gerahmten Postkarten und einer kleinen Vase mit Gartenblumen. Auf dem Schreibtisch verleihen ein Messingbrieföffner, ein als Stifthalter zweckentfremdetes Kristalltintenfass und eine Schreibunterlage mit Lederrand der Fläche die Anmutung eines Stillebens.
Dies ist ein Raum, der dafür sorgt, dass Arbeit sich zivilisiert anfühlt. Der vergoldete Spiegel an der gegenüberliegenden Wand reflektiert das Fensterlicht; die Lavendelwände schlucken den Schall; der dicke Wollteppich dämpft die Schritte. Wenn der Laptop zugeklappt und die Lampe gelöscht wird, kehrt der Raum zu dem zurück, was er immer war: ein stiller, schöner Winkel des Hauses, in dem das Denken am besten gelingt.























