Die französische Terrasse ist weder eine Holzterrasse noch ein Hinterhof – sie ist ein Außenraum, und dieser Unterschied ist entscheidend. Eine Terrasse ist ein bewusst gestaltetes Zimmer unter freiem Himmel, mit durchdachtem Bodenbelag, passenden Möbeln und Bepflanzung, die den Ritualen des Alltags dient: dem Morgenkaffee, der nachmittäglichen Lektüre, dem langen Abendessen. Der Boden besteht aus Kies oder verwittertem Stein; der Schatten fällt von einer mit Glyzinien bekleideten Pergola oder dem Blätterdach einer alten Platane; und die Möbel – aus Eisen, Teak oder lackiertem Metall – sind leicht genug, um sie in die Sonne zu rücken oder bei aufziehendem Regen rasch unter Dach zu bringen.
Lavendelbeete parfümieren die Luft im Sommer. Terrakottatöpfe quellen über vor Rosmarin, Basilikum und Geranien. Eine Kletterrose erklimmt die Mauer, ihre Blüten neigen sich über das schmiedeeiserne Tor. Die Bepflanzung ist üppig, aber niemals akkurat – sie sollte aussehen, als hätten Natur und Gärtner einen angenehmen Waffenstillstand geschlossen, bei dem keine Seite die vollständige Kontrolle hat.
Der Tisch ist für das Abendessen gedeckt. Eine Zinkplatte, Leinenservietten, gemischtes Fayence-Geschirr, eine Karaffe Rosé, die in der abendlichen Wärme beschlägt, Kerzen in Windlichtern, die im Luftzug flackern. Die Glyzinien der Pergola filtern das letzte Sonnenlicht der Stunde in ein violettes Leuchten. Die Gäste kommen und rücken ihre Stühle näher zusammen. Das ist die französische Terrasse in ihrer schönsten Form: kein gestalteter Raum für Fotos, sondern ein Wohnzimmer unter dem Himmel, in dem Essen, Wein und Gespräche sich in der warmen Abendluft entfalten.























