Das klassische Heimarbeitszimmer – die Studierstube, die Bibliothek, das Lesezimmer – ist ein Raum, der auf konzentriertes Arbeiten und stilles Nachdenken ausgerichtet ist. Sein Erscheinungsbild lehnt sich an die großen privaten Bibliotheken englischer Landhäuser und amerikanischer Anwaltskanzleien an: dunkles Holz, Leder, Messing und Bücher. Doch jenseits der Ästhetik ist die Raumaufteilung zweckorientiert: Der Schreibtisch beherrscht den Raum, die Bücherregale dienen zugleich als Nachschlagewerk und Dekoration, und der zweite Sitzbereich bietet Platz für ein Gespräch, das keinen Konferenztisch erfordert.
Der Schreibtisch ist das Herzstück – ein gewichtiger Sockelpedestal- oder Doppelschreibtisch aus Mahagoni oder Walnuss mit geprägter Lederauflage, Messinggriffen und ausreichend Schubladenstauraum, damit die Arbeitsfläche frei bleibt. Dahinter dreht sich ein hochlehniger Lederstuhl in Ochsenblutrot oder Tan mit einer Würde, die dem Raum entspricht. Die Bücherregale ragen bis zur Decke und werden von Messingbilderleuchten erhellt, die Buchrücken und Objekte in eine Art Galerie verwandeln. Einige geschlossene Schränke verbergen Akten und Technik und halten das Sichtfeld geordnet.
Gegenüber dem Schreibtisch flankieren zwei Lederclubsessel einen kleinen Tisch und schaffen damit einen Raum im Raum. Hier wird Kaffee eingeschenkt, werden Ideen besprochen, wird nach getaner Arbeit ein Buch im Lampenlicht gelesen. Das klassische Heimarbeitszimmer ist nicht bloß ein Arbeitsplatz mit Charakter – es ist ein Raum, der das Arbeiten würdevoller, bewusster und lohnenswerter erscheinen lässt.























